Aus dem Skizzenbuch: Das Individuum als Totgeburt

Guten Abend liebe Leser_Innen,
bei dieser Skizze ist, mehr inhaltlich als formal, mein Interesse an der Kunst von H.R. Giger eingeflossen. Das Motiv ist im Grunde sehr ähnlich. Giger behandelt perinatale Metaphorik nur darstellerisch auf einer anderen Ebene.
Diese Skizze hat eine Umsetzung auf großem Format nach sich gezogen. Die A2-Fassung des Bildes gefällt mir jedoch nicht ganz so gut wie die Skizze. 


Das Individuum als Totgeburt




Ich freue mich immer über Kommentare, Kritik, Abonnenten und Zuschriften.

 

Aus dem Skizzenbuch: Der Mechaniker

Hurra! Eine neue Kategorie! Auch hier ist der Titel wieder ausgesprochen selbsterklärend. Ab jetzt werde ich regelmäßig Zeichnungen, Grafiken, Skizzen oder Kaligraphien aus meinem Skizzenbuch einscannen und hier veröffentlichen. 

Heute gibt es mal ein weitgehend ausgereiftes Bild aus dem Skizzenbuch. Der im Titel bezeichnete Mechaniker ist eines der besseren Bilder. Wenn die Qualität meiner Auswahl in dieser Kategorie irgendwann mal etwas mäßiger sein sollte werde ich versuchen, das mit Quantität wettzumachen.
Doch hier ist das hoffentlich nicht nötig, ich mag den Kerl.

Der Mechaniker

Lyrik: Trauermarsch der Postmoderne

Ich denke, dass das hier selbsterklärend ist. Wenn jemand mehr darin sieht als eigentlich gemeint ist, ist das auch schön.
 
Trauermarsch der Postmoderne

Tanze, so Tanze zum Takt der Musik
Sieh doch nicht dorthin auf Elend und Krieg

Rede nicht, Rede nicht. Keine Kritik
Was Du zu denken hast ist schon publik.

Kaufe und Kaufe den goldenen Thron.
Wirklichem Leiden und Armut zum Hohn.

Denke nicht, denke nicht. Wahrheit schränkt ein.
Nimmt Dir den Luxus und lässt Dich allein.

Lenke mich, lenke mich. Mich, das System.
Es gibt kein Leben fernab von alldem.

Tanze, so Tanze. Der Takt monoton
Wähn' Dich als Einzelkind und doch als Klon.



Liebe Grüße und eine schöne Woche,
Linus

Gemälde: Finde Den Sinn

Zu diesem Gemälde möchte ich gar nicht viel sagen. Es ist ein Geburtstagsgeschenk für eine gute langjährige Freundin der auch an dieser Stelle noch einmal herzliche Glückwünsche ausgesprochen seien. Das Bild ist nach einem Zitat von meiner Schwester benannt und ist mein erstes richtiges Gemälde seit langem. Es ist auf einer glatten Hartfaserplatte mit Acryl und Chinatinte gemalt.
Ich hatte wirklich Spaß bei der Arbeit und habe, trotz des großen Formates (etwas größer als DIN A1), nur etwa anderthalb Stunden dafür gebraucht.

Seht mit bitte das leicht verwackelte Foto nach. Wenn dieser Post hier veröffentlicht wir, werde ich das Bild bereits verschenkt haben und daher hatte ich keine Zeit mehr, mir ein Stativ zu leihen oder es einscannen zu lassen.

Finde den Sinn

Viele liebe Grüße,
Euer Linus

Grafik: Triste Liaison

Nach einer langen Pause habe ich mal wieder ein großformatiges Bild angefangen. Was bisher zu erkennen ist, gefiehl mir gut genug um ein paar Bilder zu machen und es zu kommentieren.
Inhaltlich soll es letzendlich um das alte Thema gehen: Mesch und Maschine. Die alte Idee die sich auch bei Giger wiederfindet. Derartiges habe ich schon zuvor zur Genüge gemacht und das Bild wäre auch keine Erwähnung wert, wenn ich die Thematik nicht mittlerweile mit anderen Augen sehen würde. Des Weiteren wage ich mittlerweile etwas mehr den Weg ins Explizite und Sexuelle. Ein Bereich von dem mich bisher überkommene Tabuvorstellungen abgehalten haben.

Ich bei der Arbeit (JA! Das ist eitel)


Nun aber mal konkret, Was ist dargestellt? Das Bild zeigt einen Mann mit comicartigem Gesicht und einem verstümmelten Arm der in eine brennende Zigarette mündet.
Ein mechanisches Konstrukt mit künstlich wirkenden Brüsten und einem skelettierten Schädel hat einen Arm in seinen Nacken gelgt und drückt sich an ihn. Aus dem Oberkörper des Biomechanoiden wächst ein fleischiger Strang der sich öffnet um den erregierten Penis des Mannes zu verschlingen. Das Szenario ist eine abstrahierte Darstellung des Sexualaktes. Ergänzt wird das ganze durch surreale Elemente wie eine Schere anstelle eines Ellenbogens oder ein Burger der das Gehirn des Biomechanoiden ersetzt.
Die Deutung des Bildes sollte, denke ich, selbst dem beschränktesten NPD-Wähler leicht fallen.

Die nebenstehende Aufnahme ist leicht nachbearbeitet. Die Umgebung ist ein wenig abgedunkelt (Wen interessiert denn schon mein Bücherregal) und die Farbwerte sind etwas korrigiert um dem Original näher zu kommen.



Detailaufnahme zur Verdeutlichung
Ich will die Aussage nicht weiter ausführen und wende mich jetzt stärker dem Stil zu denn er ist es eigentlich der das Bild besonders macht. Schläuche und mechanische Bauteile sind Bildelemente die ich schon sehr lange benutze. Hier greife ich sie in Kombination mit meinem mittlerweile gewandelten Stil wieder auf kann somit sowohl auf Bewährtes zurückgreifen, als auch Neues ausprobieren. Das Gesicht des Mannes ist der schwerpunktmäßige Beleg für die Verwendung meiner neuen Einflüsse und Ideen. Hier habe ich mich nicht auf naturalistische sondern eher auf abstrahierte Zeichnung gestützt um den Ausdruck zu steigern. Außerdem weist das Bild die gleiche Tendenz auf wie meine derzeitigen Skizzen insgesamt: Eine Parrallele zur Karrikatur. Die Inhalte des Bildes werden so simpel und vordergründig in dumpfe Hüllen verpackt, dass dem Betrachter die Deutung regelrecht aufgedrängt wird.
Gut so, ist wichtig.

Ich schreibe nochmal was drüber, sobald es fertig ist.



Bis dahin,
Linus