Vom glücklichen Atheisten

Auch heute möchte ich wieder etwas lyrisches posten. Diesmal will ich es allerdings nicht unkommentiert lassen. Das Gedicht ist aus einem Impuls heraus entstanden und sein Name ist einem Lied der Band "Kalt" entnommen.
Ich möchte in keiner Weise Leute zu nahe treten die ihren christlichen Glauben zu ihrer Zufriedenheit und dennoch mit Zurückhaltung anderen gegenüber ausleben. Mehr plädiere ich gegen fanatischen glauben, erzkatholischen Traditionalismus und konservative Unbelehrbarkeit an sich. Auch steckt hinter dem Gedicht ein Fingerzeig auf das Gottesbild das die Bibel, insbesondere das alte Testament, zeichnet. Ich bin glücklich in meinem Atheismus, ganz nebenbei.



Es ist Gott der mich nicht sieht

Ich bin Gott, ich bin der Tod
Bin dir Spott, zugleich dein Brot
Dies mein Leib, gegeben Dir,
Schlag dein Weib, missfällt sie mir

Starb mein Sohn am Kreuz für Dich,
Schlägt mein Hohn, lobpreise mich
Allmacht und Allwissenheit
Mondnacht ohne Sicherheit

Ich bin Gott, ich bin dein Herr
Ein Komplott, ich saug dich leer
Oh mein Kind, ich hasse Dich
Goldnes Rind, es zeigte mich

Lebt der Spross des Rippenspenders
Im Verdruss des zweiten Schänders
Nie gelebt und nie gestorben
Frau aus Rippe, so verdorben.

Im Zerfall das Paradies
Halb verdaut im Bauch des Viehs,

Der Körperwald

Fahle Körper, welk und alt
Aufgetürmt zur Baumgestalt
Warte nur mein Mädchen, bald
Schmückst auch du den Körperwald

Fäuste, einst vor Kraft geballt
Sind erschlafft nunmehr und kalt
Hörst Du wie der Ruf erschallt
Und er im Gebein verhallt?

S' ruft mit lehmgeformtem Mund
Laut nach Dir der Erdengrund

Warte nur mein Mädchen, bald
Wächst dein Baum im Körperwald