Endlich mal wieder...

Ich habe länger keine Zeit gefunden einen Post zu verfassen, und leider wird es auch in den kommenden Wochen kaum etwas von mir zu hören geben. Auf meinem Plan steht noch eine knapp 10-seitige Facharbeit über Schwangerschafts- und Geburtsmotive und die Rolle der Frau in der Kunst, die binnen 3 Wochen fertig sein muss. Allein bei der Niederschrift dieses Umstandes verfluche ich mich für alles was ich heute stattdessen getan hab.

Wie auch immer... Als ich gestern voller Hoffnung und Vorfreude ins Copyshop ging um ein paar meiner Bilder einscannen zu lassen, nahm mir ein junger Mitarbeiter in wenigen Sekunden meinen Optimismus. Die Bilder, die ich wegen ihrer Größe nicht selbst einscannen konnte, überstiegen auch das Potential der dortigen Scanner. Einzige Alternative bot der Apperat der eigentlich für Paupläne gedacht war. Diese Alternative hätte pro Scan 13€ gekostet, eine Summe die sich bei meinen sieben Werken dann zu kolossalen 91€ aufgetürmt hätte. Das rief dann doch den gesunden Menschenverstand in mir wach und ich entschloss mich den Laden zu verlassen, nicht ohne das einzige Bild das gerade noch DINA 3 Format hatte und damit für die normalen Geräte geeignet war digitalisieren zu lassen.

Eigentlich sollte diesem Post eine ganze Gallerie von Bildern folgen doch daraus wird leider nichts. Nur ein Bild hat es wirklich geschafft.

Tinte auf DINA 4. 17. 1. 2011

Die Hassgalerie I

Zusammen mit dem Ende der Ferien geht auch eine Art der Blockade in meinem Kopf davon. Was mir im Laufe eines Schultages passiert inspiriert mich mehr als wochenlange Kunstbetrachtung. Man braucht
sich nur die Menschen ansehen und schon kocht in einem wieder dieser Zorn hoch der Welten verbrennen könnte, gebündelt aber ein etwas beständigeres Ergebnis zufolge hat.

Hassgalerie Part I - zum zoomen, klicken
Wild schmiert Tinte auf das Papier, bebend forme ich Qual, Leid, Schmerz und Tod, nur mit einem Stift. Wenn der Hass abgeklungen ist, ich aufhöre zu zittern und mich langsam wieder fasse geht es an die Feinarbeit. Schattierungen beginnen dem Bild eine Räumlichkeit zu geben, Schraffuren machen es gerade realistisch genug. Nur nicht zuviel Symetrie, Chaos! Chaos! Chaos! 
Mein Hass bekommt das Gesicht das ihm zusteht, nur er lässt mich so impulsiv arbeiten. In seiner Fratze vereinen sich meine Gefühle, die ich dieser Welt entgegenzubringen, nicht umhin komme. Und so schreit er, frei und doch ein Gefangener. Er bleibt ein freier Charakter, doch das Blatt und meine Fertigkeiten werden ihn immer einschränken. Niemals wird er wirklich dem entsprechen was er seien sollte: Stark, ungezügelt,  lodernd und flüchtig.



Manchmal ist das Zeichnen ein guter Weg um nicht völlig am Rad zu drehen. Gute Nacht

Die Revolution frisst ihre Kinder

Wir sehen Es, ohne Es zu bemerken. Was uns antreibt und und zu strebenden Wesen macht ist die Veränderung und der Fortschritt, die Revolution. Im kleinen wie im großen Maßstab gebährt sie ununterbrochen Kinder, die anfangs in ihrem Enthusiasmus gedeihen, doch nicht lange. Ideale, die der Mutter anfangs so wichtig waren werden über den Haufen geworfen, vergessen und ignoriert. Was sie nun zeugt sind Fehlgeburten, die Kinder bleiben nicht lange am Leben und Mutter Revolution beginnt sich zu nähren. Die Revolution frisst ihre Kinder, ihre Sprösslinge und Zöglinge.In gewisser Weise verschlingt sie nun auch sich selbst, in Widersprüche verstrickt, wirtschaftet sich die Mutter selbst herunter.
Sichtbar wird dieses Phänomen bei Jugendszenen wie dem Punk, der schwarzen Szene und der Hippie-Bewegung. Wo immer Mutter Revolution vom vielen Gebähren hunrig ist, frisst sie. Die Schwarze Szene ist seit Jahren auf einem Weg der Steil bergab führt, Perspektivenlosigkeit und Trenddiktatur zerstören die Szenen von innen.
Das Spirchwort "Die Revolution frisst ihre Kinder" ist mir lange im Kopf herumgegeistert und ich habe mich entschlossen eine große Arbeit zu dem Thema zu machen. Die Revolution soll als gebährende Mutter dargestellt werden, die in einer grotesken Verenung ihr Neugeborenes verschlingt. Ich habe bereits erste Skizzen und werde sie, da ich plane diese aufwändige Arbeit detailierter zu dokumentieren, hier posten.

 Das ist eine der ersten Ideen, noch sehr impulsiv. Ich ringe immernoch mit mir wie der Mund aussehen soll.
Die Art der Verrenkung hat sich später noch geändert, doch anfangs war ich sicher eine Position darstellen zu können, bei der Mutter quasi auf dem Bauch liegt.  Diese schwierige Vorstellung habe ich schnell verworfen, als ich auf der Suche nach Inspirationen auf einen andere Haltung stieß.




Hier sieht man die neue Alternative: In einem akrobatischen Balanceakt stützt sich Mutter Revolution auf ihre Arme, biegt den Rücken bis kurz vor dem Brechen und streckt ein Bein in die Höhe. Sie gebährt das Kind direkt in ihren Schlund. Wie der aussehen soll bin ich mir noch nicht sicher. Der Rechts dargestellte ist sehr unmenschlich, man kann keine Verbindung zur Mutter aufbauen, das sie einem nicht als Person erscheint, andererseit verseutlicht dieser Mund den Charakter der Prozedur. Widernatürlich.
Meine Zweite Option ist ein beinahe normaler Menschenkopf. Nur soll er bis zum Hals hinab in einem sauberen Winkel auseinander klaffen.

             
                       Wofür ich mich entscheide weiß ich noch nicht,
                       gewiss ist nur, dass sich das Motiv auf
                       seinem Weg zur großformatigen Darstellung
                        noch viel verändern wird.