Die Endzeit

Vor einiger Zeit stieß ich über diverse andere Websites auf die interessante Seite "ArtificialOwl.com". Artificial Owl hat es sich zur Aufgabe gemacht, verfallene Ruinen, leer stehende Gebäude, alte Fabrikhallen, Fahrzeugfriedhöfe und anderes deartiges zu posten. So entstand auf Artificial Owl die bilderreichste und beeindruckendste Galerie der gegewärtigen Endzeit, die überall da Einzug hält wo Menschen ihre Schöpfungen zurücklassen und aufgeben. Die Ruinen unserer Zivilisation sind in meinen Augen schöner als das was sie einst waren.
Klickt man sich nach und nach durch die Bilder der Galerie kommt man nicht umhin zu bemerken, dass wir Menschen nicht in der lage sind das Antlitz der Erde auf immer zu formen, wir können nur vergängliche Zeichen setzen. Unser Planet wird uns schnell vergessen.

 Die Sammlung von Artikeln und Bildern umfasst alles, so auch Kunstwerke die wohl nie die verdiente Anerkennung bekommen werden. Die Riesenhand in der chilenischen Atacama-Wüste.

Aus den umfangreichen Beschreibungen geht hervor, dass dieses Werk des Künstlers Mario Irarrázabal bereits seit 18 Jahren weitgehend unbeachtet in der Wüste herum steht. Die Höhe der Hand ist auch nicht zu verachten: Satte 11 Meter streckt sich das Monument in die Höhe.




Weitaus mehr hat mich die Wirkung dieses Bauwerks gefesselt. Die Maunsell Sea Forts dienten während des 2.Weltkriegs zur Luftverteidigung Englands stehen aber seit nunmehr 50 Jahren leer und ungenutzt in der Nordsee.
Fast schon traurig...


Die verlorenen Schönheiten auf artificialowl.com sind das schönste was ich seit Jahren im Netz gefunden habe, es sind Mahnmale für unsere Gesellschafft. Alles ist vergänglich, Wir und unsere Architektur. Dabei kann der Zerfallsprozess schöner sein als der Urzustand.

The New Dead Nation

So... Ich habe mal wieder etwas Neues zu Papier gebracht, was ich ohne allzu schlechtes Gewissen posten kann. Zum Einen etwas was mir als Skizzengrundlage für ein kommendes Projekt dienen soll bei dem ich ein Relief aus Modelliermasse erstellen will:
Birthmashine Tribute
 Die Figur ist sehr stark an den Birthmashine Babies von Giger orientiert und soll irgendwann einmal als lebensgroßes Relief aus Keraplast entstehen. Bei diesem Bild machte ich die spaßige Entdeckung, dass man Textilmarker sehr gut benutzen kann um den Effekt von Zeichentusche zu imitieren. Ansonsten blieb ich meinem geliebten Fineliner treu und arbeitete nur wenig mir einem Stabilo Pen nach.
Die Skizze ist auf DIN 4 Format entstanden und ist auch auf meinem SchülerVZ Account "†Linus Marian Misera†" zu sehen

Ein erster Entwurf aus Modelliermasse liegt schon zum Trocknen auf meiner Heizung


Old mans mind




Und zum Anderen einen detailierten Entwurf. Hierbei habe ich zum ersten Mal seit längerem wieder etwas mehr Zeit investiert. Die Idee wurzelte im Kunstunterricht und wuchs sich dann weiter aus.
Das technische Verfahren war im Prinzip genau das gleiche wie beim Birthmashine Tribute geblieben, nur bei der Hintergrundcolorierung war ich so frei mich mit meinem neuen Edding 850 auszutoben.


In diesem Sinne,

Gute Nacht

Oh Weihnachtszeit...

Ach ja.. Weihnachten. Schön ist das. Der Geburtstag des guten alten Gottessohns steht ins Haus und man kann kaum noch atmen ohne nicht von Zimt-, Kandiszucker-, Karamel- oder Kerzendüften infiltriert zu werden. Die Werbung versprüht falsche Fröhlichkeit und macht fast den Eindruck, als würde sie die eigentlichen Werte des Weihnachstfests achten: Gemeinschaftlichkeit, Liebe und Dankbarkeit.

Mario Barths widerliches Gefasel betört allerorts die Kleingeister, grinsend rattert er seine chauvinistischen Machosprüche runter. Männer und Frauen in allerlei Pralinenwerbungen genießen ihren Wohlstand, ihre Liebe und ihre Großzügigkeit in festlich geschmückten Wohnzimmerkulissen. Der Coca-Cola-Weihnachtsmann wackelt ein wenig an der Glaskugel und erfüllt die Sehnsüchte aller Liebenden und Familien.
Wer diesen Mist schluckt, ist wahrlich nur bemittleidenswert.


Meine Freundin kriegt verdammt nochmal kein Mon Chéri, Ferrero Küsschen, Mercí oder sonstwas, bloß weil die Kerle in den Spots damit super fahren.
Mein Vater kriegt keinen technischen Schnickschnack, da kann ein sexistischer Comedy- Proll sagen, was er will. Diese Jahr verschenke ich etwas perönliches, um Saturn und MediaMarkt wird ein großer Bogen gemacht, kein Markenprodukt. Nicht ein einziges.

Wenn man schon die höchst zweifelhafte Geburt eines Zimmermanns feiern muss, dann bitte auch im Rahmen einer konsumfremden Vernunft.

Filthy Notes For Frozen Hearts

Heute gebe heute mal ein Gedicht zu Besten. Eigentlich hatte ich vor, gegen das Weihnachtsgeschäft zu wettern aber ich muss das noch fertig ausformulieren.
Das Gedicht heißt Rausch und ist auch schon in einem kleinen Szenemagazin erschienen, dem Nachtwächter Magazin aus Hannover.  In dem Gedicht behandle ich den Wahnzustand, der bei einigen Menschen aus den Suchtmitteln erwächst. Der Grenzzustand des Rausches kann die Schnittstelle zwischen Glückseeligkeit und Irssin sein. Ich bin nicht mit derartigen Erfahrungen gezeichnet und will es auch vermeiden. Ich werde den Drogen immer fern bleiben. Zwar sind viele der brilliantesten Ideen aus diesem Zwischenzustand erwachsen, Edgar Allen Poe sprach dem Absinth zu, wie auch viele bildene Künstler nach ihm, dennoch bin ich mit der dieseitigen Welt zufreiden. Kein Mittel wird mich je zum Blick in die Zwischenwelt verleiten können, wie das bemittleidenswerte lyrische Ich des folgenden Gedichts.

                                                                                                                                                               

Rausch

Nur den Alltag zu vergessen
Das ist ganz allein Dein Ziel
Auszublenden Dein Gewissen
Wähl' die Lust Du denkst zuviel!

S' liegt in deiner Hand das Mittel
Was die Welt zu schönen formt
Ertmal nimmst du nur ein Drittel
Und die Welt wird neu genormt

Geraden die sich neckisch biegen 
Nichts was man klar greifen kann
Du kommst auf dem Grund zu liegen 
Starrst voll Glück die Sterne an

„Unrein sind sie, Deine Adern“,
Gibt Dir eine Stimme ein
„Brauchst nicht lang mit dir zu hadern,
Los! Versuch, Dich zu befrein' “ 

Und dann explodiert der Zünder
Wild bringst Du Dir Schnitte bei
Aus den Wunden schreien Münder
„Bitte lass uns alle frei!“
                                                                                                                                                                


Guten Abend

Das wars dann wohl mit dem Herbst

Schade eigentlich. Ich hatte den Herbst sehr genossen. Wenn ich nur bis zu Unkenntlichkeit eingemummelt das Haus verlassen kann, nagt dass deutlich an meiner Laune. Ich habe den Urwald gerodet und mein Zimmer augräumt. In Tagen die mit ihrem Wetter einen Rückzug ins Gemach provozieren, sollte selbiges auch bewohnbar sein. Zwar ist der Boden auf dem der Dschungel einst stand nun karg und leer aber es dauert sicherlich nicht lange bis neues Gerümpel aus der Asche erwächst. Bis dahin kann ich mich aber zumindest mal bewegen ohne etwas umzuwerfen.

Heute ist wieder ein unbenanntes Bild dran. Ein bisschen Biomechanics und ein Hauch Kritik.